AUFSTOCKUNG BÜCHERMAGAZIN NATIONALBIBLIOTHEK

LEIPZIG   |   DEUTSCHLAND   |   2019

Eine architektonische Idee zur Buchmesse


Der Gesamtkomplex der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig umfasst mehrere Bauabschnitte beginnend im Jahre 1914. Im Dezember 1982 wurde eine dritte Erweiterung eingeweiht – der Magazinturm für die Archivierung von ca. 5 Millionen Bänden. Der Erweiterungsbau gleicht einem Silo und wurde fensterlos in Stahlbeton errichtet. Um einen vertikalen Kern sind 5 quadratische Grundrisseinheiten angeordnet, welche bis maximal 14 Obergeschosse baugleich übereinander gestapelt sind und Traufhöhen von 42 bis 55m haben. Die städtebauliche Interpretation zu DDR Zeiten sah den Bücherturm als Abschluss der Magistrale aus mehreren Wohnhochhäusern.


Einen Abschluss der Reihung von Hochhäusern entlang der Straße des 18. Oktobers bildet dieses Gebäude in der Tat, jedoch erscheint es heute wie ein unvollendetes Bauwerk innerhalb der Stadt und passt in seiner Anmutung in stadtferne Industriegebiete. Dabei könnte die Höhe und Präsenz das Bauwerk zu einem Wartzeichen der Deutschen Nationalbibliothek anheben.


Die Stahlbetonkonstruktion lässt es statisch zu, den Turm mit unterschiedlich hohen Bauwerken aufzustocken und das Gebäude mit einer zusätzlichen Nutzung auszustatten. Durch ein autarkes Erschließungssystem aus Sicherheitstreppenhaus und Aufzugsgruppe bleibt die innere Nutzung als Büchermagazin völlig unbeeinträchtigt und kann auch während der Bauphase uneingeschränkt fortgeführt werden. Die vertikale Erschließungsgruppe wird an das Magazingebäude angedockt und im Erdgeschoss über ein großzügiges Foyer erreicht. Dieses orientiert sich zur Semmelweisstraße und verleiht der heutigen Restgrünfläche den Charakter eines städtischen Vorplatzes zum Haupteingang eines kleinen Konferenzzentrums der Deutschen Nationalbibliothek in 55m Höhe. Dass so ein Zentrum funktioniert zeigt die Schwesterbibliothek in Frankfurt am Main, wo in unterschiedlicher Bestuhlung Veranstaltungen von 160 bis zu 300 Personen stattfinden können, für interne und fremdvermietete Gesellschaften.


Aus dem Innenraum der Aufstockung blickt man auf die Silhouette Leipzigs und die Fernwirkung zeigt eine Landmarke welche die Souveränität der Bücherstadt Leipzig darstellt und das nicht nur jedes Jahr im März.