SEERESORT
BIO-SEEHOTEL ZEULENRODA GMBH & CO. KG

ZEULENRODA   |   DEUTSCHLAND   |   2017

Als Weiterführung der Entwicklungsstrategie des Zeulenrodaer Meeres zur einer vielseitigen Urlaubsdestination sollte, im Rahmen eines Wettbewerbs, ein Ferienresort bestehend aus 21 Häusern mit variierenden Haustypen entwickelt werden, welches in seiner stadt- und landschaftsräumlichen Einordung sowie architektonischen Qualität der Besonderheit des Ortes mit seiner ausgeprägten Natur gerecht wird.

 

Entlang der westlichen Grenze spannt sich ein Band welches verschiedene Aktivitätszonen u.a. den Spielplatz sowie die Sondernutzungen (Bootshaus und Multifunktionsgebäude) aufnimmt. Städtebaulich bildet diese Achse ein Gegenstück zum Ensemble aus Touristeninformation, Gastronomie sowie Seeerschließung des benachbarten Strandbades.

 

Der Leitgedanke für die Landschaftsarchitektur konzentriert sich auf die Integration eines nachhaltigen Wassermanagementsystems in die Freiflächengestaltung. Die Eigenschaften eines solchen Systems beeinflussen maßgeblich die Gestalt der Außenanlagen mit der Intension eine ufernahe Pufferzone in Form einer künstlichen Auenlandschaft aus Wasserauffangbecken zu schaffen. Das Konzept nutzt die abfallende Topografie des Plangebietes. Das Niederschlagswasser, welches von der höher gelegenen süd-östlichen Grenze Richtung See fließt, wird kanalisiert und durch verschiedene  Grünzonen natürlich gefiltert bis es anschließend in den naturnah angelegten Wasserbecken entlang der nord-westlichen Grenze aufgefangen wird und dort kontrolliert abfließen kann.

 

Prägend für die Positionierung der Häuser in diesem Umfeld ist ein Leitgedanke, welcher die landschaftsräumlichen Bezüge in den Vordergrund stellt und die Ferienhäuser als, in der fließenden Landschaft platzierte Objekte, begreift. Es entwickelten sich Gruppierungen, in welchen je drei Häuser unterschiedlichen Typs zu Clustern zusammengefasst werden.

 

 

Grundlage aller Haustypen bilden zwei Module, welche durch unterschiedliche Anordnung diverse Raumkonfigurationen zulassen und die Clusterstruktur der Baukörper im Kleinen fortsetzen.

 

Das Modul 1 beinhaltet ein Schlafzimmer sowie Bad und das Modul 2 eine Küchenzeile. Ausgehend von einer engen Gruppierung dieser „Funktionsboxen“, ergibt sich zwischen diesen Einheiten als Negativraum ein fließender Wohnraum. Von dieser konzeptionellen Grundüberlegung leitet sich das architektonische Erscheinungsbild ab. Es entsteht ein Gegenspiel aus introvertierten und intimen sowie extrovertierten und außenraumbezogenen Räumen. Während die Funktionseinheiten als geschlossene Körper in Erscheinung treten, öffnet sich der dazwischen liegende Wohnraum zur Landschaft und ermöglicht vielfältige Außenraumbezüge. Durch die Anordnung der Module ergeben sich gleichzeitig am Übergang von Innen zu Außen unterschiedliche Zwischenzonen als Nischen und Austritte.

 

Die Fassadengestaltung folgt der vorgegebenen Logik des Grundrisses. Der sich öffnende, verglaste Wohnbereich versteht sich als Verbindungsglied zum Außenraum.

Für die Raummodule hingegen wurde eine Matrize aus vorgehängten Glasfaserbetonelementen entwickelt. Die Maserung der verwendeten Holzschalung findet sich im Beton wieder wodurch ein abstrahiertes Motiv entsteht, welches an natürliche Holz- und Waldstrukturen sowie Holzschindeln erinnert. Diese Gestaltungsidee setzt sich entlang der Raummodule im Gebäudeinneren in Form von Holzschindeln fort.



Bilder: © klm-Architekten

  • AUSLOBER:
  • Bio-Seehotel Zeulenroda GmbH & Co. KG
  • BETEILIGT:
  • Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten

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