MACHBARKEITSSTUDIE LEPLAYSTRAßE

LEIPZIG   |   DEUTSCHLAND   |   2015

Brüder Straße / Leplaystraße / Jablonowskistraße

Wie der Leuschnerplatz ist auch der Freiraum zwischen Brüderstraße und Leplaystraße eine Veränderung im historischen Stadtgrundriss Leipzigs, welche den englischen Bombenangriffen vom 4. Dezember 1943 geschuldet ist. Der ursprünglich dicht bebaute innere Block zwischen Leplaystraße im Norden und Brüderstraße im Süden ist heute nicht mehr vorhanden und zwei überhöhte Gebäude der Nachkriegszeit an den jeweiligen Blockecken zur Grünewaldstraße bilden eine Torsituation zu einem neu angelegten städtischen Park. Heterogene Fassaden der Gründerzeit bilden im Norden und Süden die Raumkanten und geben dem Freiraum eine sehr ausgewogene Proportion. Die öffentlichen Nutzung in den Erdgeschosszonen tragen dazu bei, dass der Freiraum belebt und frequentiert wird.  Durch einen Wechsel aus befestigten und begrünten Flächen, eine Abfolge von hoher und niedriger Bepflanzungen erhält der Ort eine hohe und angenehme Aufenthaltsqualität. So vermittelt es der erste Eindruck nach Betreten von der Grünewaldstraße aus. Dieser Eindruck vermindert sich, je weiter man in Richtung Osten läuft. Dort verliert sich der Blick über eine Wiese, gekreuzt durch Trampelpfade, gesäumt mit Spontanvegetation und endet an einer wellblechverkleideten Wand einer Turnhalle. So bleibt das Potential dieses Ortes verborgen, der kleine Stadtplatz wird zum Durchgangsraum ohne Verweilqualitäten weil er in Restflächen ausfranst. Den Block zwischen Leblaystraße / Brüderstraße von Norden nach Süden und Joblonowskistraße / Turnerstraße von Westen nach Osten neu zu planen, würde ungeahnte Möglichkeiten bieten das gesamte Quartier aufzuwerten und zu bereichern. Ein prominentes Gebäude mit einer Sondernutzung (zum Beispiel ein Verwaltungsgebäude der Stadt, ein Seniorenheim oder ein Hotel) am Ende der West Ost Achse des Platzes bildet die fehlende Raumkante. Der unmittelbare Bezug dieses Gebäudes auf den Park schafft eine städtebauliche Achse über die Grünewaldstraße hinüber zu einer geplanten Bebauung am Leuschnerplatz. Das Sondergebäude wird gefasst durch eine U – förmige Bebauung aus einzelnen Gebäuden und in seiner Bedeutung als Platzkante mit Bezug zur Innenstadt hervorgehoben. Neben des platzausgerichteten Gebäudes mit einer Sondernutzung sind im gesamten Block ab dem 1. Obergeschoss ausschließlich Wohnungen für alle Nutzergruppen vorgehen. Neben der klassischen Familienwohnung gibt es Wohnungen für Altenbetreuung, kleine Wohnungen für Studenten und Berufsstarter und Wohngruppen. Urbanes Leben wird erreicht, weil in den Erdgeschossen die öffentlichen Nutzungen der benachbarten Gebäude fortgesetzt werden. Dort sind zu finden: Räumlichkeiten für Tagesbetreuung, Dienstleistungen, Arztpraxen und gastronomische Einrichtungen. Der Verlauf der Brüderstraße wird oberhalb der Kindertagesstätte parallel zur Blockkante verlegt, so dass die KITA keine Restfläche, sondern eine große Freifläche als Spielplatz zugeordnet bekommt.


Bilder: © klm-Architekten