BEBAUUNGSIDEE CONNEWITZER KREUZ

LEIPZIG   |   DEUTSCHLAND   |   2016

„….das Kreuz, das da an dem Weg stehet, so man nach Connewitz ziehet.“ Herzog Georg von Sachsen 1504


Dieses hölzerne Kreuz wurde 1536 durch den Ratssteinmetz Hans Pfretzschner durch ein steinernes Kreuz aus Rochlitzer Porphyr ersetzt. Es markierte den dort endenden Leipziger Stadtrechtsbereich. Am originalen Standort steht heute eine Nachbildung und das Original ist zu sehen im Museum im Alten Leipziger Rathaus.


Fährt man heute mit dem Rad, mit der Schwalbe, dem Automobil oder läuft zu Fuß die Karli stadtauswärts stellt sich dem Fremden in Höhe der HTWK Bibliothek die Frage, was kommt dort wohl hinter dieser nahenden Kreuzung, endet dort noch immer der Leipziger Stadtrechtsbereich? Ein Gemüseschuppen, eine Straßenbahnwendeschleife, das Kreuz vor einem geschlossenen Kiosk bilden den Auftakt in den Stadtteil mit vielfältigsten Attributen, welcher heute zu Leipzig gehört wie Kurt Masur zum Gewandhaus gehörte. Die Karl Liebknecht Straße mündet in die Gabelung aus Wolfgang Heinze und Bornaische Straße, die in einem spitzen Winkel ein Grundstück aus mehreren Parzellen begrenzen. Sie befinden sich zum Teil im Privatbesitz, jedoch zum größten Teil im Besitz der Stadt. Beide Straßen sind mit Autoverkehr und Straßenbahnen Hauptverkehrsadern nach Süden und zu den Leipziger Seen, belasten das Grundstück mit Lärm nicht unerheblich. Daher scheint eine Bebauung nicht sinnvoll. Das sehen wir anders, wenn man das richtige Gebäudekonzept entwickelt und einen vorhandenen Bedarf deckt, weiter denkt als im Radius von 50 Metern. Der Bevölkerungszuwachs in Connewitz ist erheblich größer im Vergleich zum Leipziger Durchschnitt. Besonders Leipzigs Beliebtheit als Studienort bei jungen Menschen aus allen Bundesländern und über die Landesgrenzen hinweg wächst unaufhaltsam. Jeder ankommende Erst-Semestler wird vielleicht über Plagwitz gelesen oder etwas von Schleußig gehört haben, eins ist aber gewiss – Connewitz und die Südvorstadt ist Niemanden unbekannt. Was also liegt näher zwischen diesen beiden Stadteilen einen Wohnort für Studenten und junge Menschen zu errichten, ein Haus für Wohnen auf Zeit. Jedoch kein gewöhnliches Haus – sondern ein Hochhaus, welches den Ort markiert, ein Zeichen im Stadtgefüge setzt, einen Orientierungspunkt schafft und eine brach liegende Lücke städtebaulich repariert.


Leipzig und Hochhäuser, geht das? Hans Kroch baute das 1. Hochhaus. Es folgte das Europahaus und heute sind Gebäude wie das Wintergartenhochhaus und der Uniriese Wartzeichen dieser lebendigen Stadt. Das Hotel The Westin, das MDR Hochhaus und das Archiv der Deutschen Bibliothek sind weitere über die typische Traufhöhe ragende Gebäude, wenn man vom Fockeberg über Leipzig blickt. Nicht als Gebäude zu vergessen: das Völkerschlachtdenkmal mit seinen 91m Höhe.


Eine Grünfläche bebauen, geht das? Dort gibt es Sie nicht, die durch Anwohner bevölkerte Wiese. Statt dessen ein Kiosk, wilde Parkplätze und der Wiedebachplatz ist 2 Minuten entfernt. Der kleine gerade errichtete Ballsportplatz kann 5m weiter an die Biedermanstraße verlegt werden.  Was spricht gegen ein Wartzeichen für Connewitz, genutzt von Menschen, welche sich besonders wohl fühlen in diesem Stadtteil, zwischen UT Connewitz, Werk 2, Mutter Krause und dem Campus der HTWK. In Zukunft wird die Präsenz der HTWK wachsen und Studenten werden die Bevölkerung in Connewitz bestimmen. Die teilweise privaten und teilweise städtischen Besitzverhältnisse erfordern eine Kooperation aus unterschiedlichen Interessen. So kann im Vorfeld ein planerischer Rahmen geschaffen werden, der eine befürchtete Gentrifizierung ausschließt.


Zahlen:

  • Basisgebäude mit 5 Geschossen. Im Kreuzungsbereich: Gewerbe, Einzelhandel, Arztpraxen, Sport, Gastronomie. In der Blockbebauung 3 – 4 Zimmerwohnungen ab dem 1. OG.

  • Hochhaus: Studentenwohnen: ca. 400 Zimmer mit ca. 23,00m²

  • Basisgebäude: 5 Vollgeschosse Attika 22,40m

  • Hochhaus: 16 Geschosse ab dem 5. OG  Attika 82m

Bilder: © klm-Architekten